Weltklasse: Gabe Browns Ranch (USA) Sepp Braun (D) und David Montgomery

Regenerative Landwirtschaft

Gabe Brown hat Lösungsansätze für die vielen Landwirte, die mit dem immer schlimmeren Humusverbrauch unwirtschaflich sind. Er hat das Buch „Dirt to Soil“ geschrieben, man kann aber auch seine großartigen Vorträge in YouTube anschauen.

jetzt auch in Deutsch, siehe unten.

5 Prinzipien nach Gabe Brown,
2000 ha Ranch in Bismark, North Dakota, USA

1.  Minimale Störung (niemals Pflügen!)
2.  Immer Bodenbedeckung (Schutz, Schatten, Wurmfutter etc.)
3. 
Hochdiverse Gründüngung und Direktsaat, diversifizierte
Fruchtfolgen, eigene Versuche zunächst auf Teilflächen
4.  
Dauerhafte hochdiverse lebende Durchwurzelung so lange wie von
den Jahreszeiten her möglich, tiefe Wurzeln holen Nährstoffe hoch.
5.   Portionsbeweidung auch der Gründüngung auch auf den Ackerflächen /
auch Beweidung von Baumkulturen in Agroforstsystemen

Kein oder minimaler Einsatz von Agro-Chemikalien
nach erstem Bodenaufbau (0,5% C org / Jahr möglich!).
Gabe Brown hat deutlich überdurchschnittliche Erträge, weit geringere Kosten und Zeit für Familie und Vortragsreisen durch weniger Arbeitsaufwand. Vieh zum Futter statt umgekehrt, Automatik-Tore für die Weide-Portionen. Viehaltung und Ackerbau zusammen, Tiere ins Freie.
Dirt to Soil gibt es inzwischen auch auf Deutsch: Aus toten Böden wird fruchtbare Erde, ISBN 978-3-86445-732-6

TEDx Video mit deutscher Übersetzung (Untertitel):
https://www.youtube.com/watch?v=QfTZ0rnowcc
Eine Herausforderung sind die mehrjährigen „Unkrautpflanzen“, die aber offenbar mit steigender Bodengesundheit nicht mehr überhand nehmen. Pfluglose Bearbeitung allein scheint nicht sinnvoll zu sein, es muss das gesamte System angewendet werden.

In Nord- und Südamerika sind diese Methoden inzwischen weit verbreitet, Europa ist weit zurück. Agro-Chemie muss auf ein sinnvolles Maß zurückgefahren werden, dann gibt es bessere Nahrung mit höherer Nährstoffdichte die auch nicht mehr kostet. Die Bauern können wieder Geld verdienen und vergiften nicht merh ihre Böden, unsere Nahrung und unser aller Grundwasser. Die aktuelle Trägheit, die weitgehende Ignoranz von Politik, Behörden und Wissenschaft ist angesichts der Zerschörung der Menschheit unerträglich. Stillscheigendes mitmachen kreiert Mitschuld.

Das neuese Buch von David Montgomery (Autor des berühmten Buches „Dreck“, Oekom Verlag) heißt „Growing a Revolution“, ist leider noch nicht auf Deutsch verfügbar. Bitte bei Oekom anfragen, wann es verfügbar wird. Der akkurate Wissenschaftler Montgomery hat in „Dreck“ gezeigt, dass alle großen Zivilisationen ganz wesentlich durch die Zerstörung ihrer Böden untergegangen sind. Das können wir besser, alles ist da! Es ist nich einfach, aber spannend. Die Bauern der renererativen Landwirtschat berichte, dass ihnen der Beruf endlich wieder Spass macht.

Diese Entwicklungen können sinnvoll mit hochdiversen Agroforstsystemen zur Produktion von Nahrung, Futter, Stickstoff (Leguminose Bäume bis 60 Meter im Umkreis!), Insekten (1700 Nützlinge auf 1 Schädling), Vögel und Holz. Zusätzlich wird das System profitabler und die Gegend schöner.

Mit all diesen großartigen und erprobten Methoden hoffe ich auf die neue Generation auf den Höfen, die mit neuen Perspektiven dann doch übernehmen. Der Übergang erfordert gutes Wissen und einen vorsichtigen und forschenden Umgang mit den eigenen Flächen.

In Deutschland kommt Josef Braun (Hof in Freising) der Arbeit von Gabe Brown am nächsten. Er hält sehr gute Vorträge. Zur Diskussion über pfluglose Bearbeitung mit diversifizierte Gründüngung in Deutschland gibt es im Kritischen Agrarbericht 2019 einige Hinweise von Prof. Dr. Onno Poppinga (Kasten S.155) und im Beitrag von Frau Dr. Andrea Beste (S. 182).
(als pdf-Datei frei verfügbar im Link oben)  Ich durfte vor kurzem den Hof von Joseph Hägler in Bayern besuchen, der seit vielen Jahren sehr erfolgreich Pfluglos-Bio wirtschaftet. Sein Boden war besonders im direkten Vergleich mit den gepflügten Nachbarflächen sehr gut. Der Humusgehalt konnte deutlich gesteigert werden. Hier ein 7-min Film vom Bayrischen Rundfunk.

Es gibt einen Verein von Bauern, die sich mit dem Thema intensiv beschäftigen und auch erfolgreich Humusaufbau betreiben. Nach den bisherigen Erfahrungen scheint es sehr schwer zu sein, ohne Herbizide zu arbeiten. Aus meienr Sicht ist dieses aber machbar und erforderlich, da sowohl das Pflügen als auch die Biozide den Humus zuerstören. Man will aber nicht einmal flach grubbern (nichtwendende Berarbeitung zur Unkrautbekämpfung)
Direktsaat-Verein:
Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e.V.
GKB
e.V.
Videos Hof Callsen: hier

Die Interessengemeinschaft gesunder Boden geht einen Schritt weiter. Ihr Leitbild:

“ Mit Respekt und Vertrauen gehen wir an das Thema Boden heran.

Wir wollen Bewusstsein schaffen für die Bedeutung der Grundlage Boden und der damit verbundenen Vielfalt. Produktion und Bodengesundheit dürfen nicht im Widerspruch zueinander stehen.

Wir tragen Informationen aus der aktuellen Wissenschaft, als auch aus dem traditionellen Wissen zu einem großen Ganzen zusammen. Wir möchten alle Personen ansprechen, die Interesse am „Phänomen Boden“ haben, diese zur Mitarbeit und zum Gedankenaustausch anregen.“ Joseph Hägler und andere arbeiten eng mit der IG zusammen. Es gibst zum Selbstkostenpreis Videos von den vielen Bodentagen, zu denen inzwischen etwa 500 Bauer kommen. Hier gibt es keine Spaltung von Bio oder nicht, auch dei Biobetriebe müssen noch viel tun um vom Pflug wegzukommen.

Es ist aber klar, dass die oben genannten Prinzipien von Gabe Brown sehr klar sind. Die Umsetzung an einem bestimmten Standort mit dem Boden, dem Klima, dem aktuellen Wetter, der gewünschten Fruchtfolge eine hohe Kunst ist. Vor den Bauern, die dieses schaffen, habe ich großen Respekt. Sie finden Wege für eine gute Zukunft und betreiben echten Klimaschutz.

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