Konzept

Die wesentlichen Aspekte des neuen Dorfs im Themenkreis

Wiederbelebung des ländlichen Raums

Das neue Dorf ist eine zukunftsfähige Alternative zur Landflucht und Überbevölkerung in den Städten. Die Dorfgröße von 150-300 Einwohnern wäre ideal, um eine eigene Infrastruktur aufbauen zu können. Aber auch kleinere Einheiten, die sich im Gartenring vernetzen, sind möglich.

Zukunftsfähige Landwirtschaft

Das neue Dorf ist eine zukunftsfähige Alternative zur herkömmlichen Landwirtschaft. Statt Agrarwüste entstehen mit den Gartendörfern essbare Paradiese. Statt riesiger Maschinen, die den Boden für Generationen verdichten, finden viele Menschen wieder eine sinnvolle Tätigkeit. Die Bauern können ihren Hof mit einer naturgemäßen Bewirtschaftung in die Zukunft retten. Die Städter erhalten - z.B. über die Organisation einer solidarischen Landwirtschaft - eine Vielfalt von frischen regionalen Lebensmitteln aus dem Gartenring.

Genossenschaft selbständiger Beriebe

Das neue Dorf kann als Genossenschaft organisiert sein, die das Land an die Landpfleger verpachtet. Auch die Städter können sich über Genossenschaftsanteile mit dem neuen Dorf verbinden.

Gartendorf - Mutterhöfe – Mini-Farming

Das neue Dorf ist ein Konzept für eine Art von Bauernhof, der aus vielen Minifarmen besteht.
Ein bereits bestehender Bauernhof kann sich in einen "Mutterhof" umwandeln, der zum Gemeinschafts- und Logistik-Zentrum wird.
Statt einer Bauernfamilie am Existenzminimum bei 7 Tage Arbeit bietet das Gartendorf vielen „Minifarmern“ auf ihrer Parzelle neben der Selbstversorgung perspektivisch auch ein ausreichendes Auskommen. Größenordnung pro Farm: ca. ein Hektar für eine Familie.

Dorfgröße und Sozialstruktur

Um die 150 Menschen entsprechen der uralten Clangröße, bis zu 300 Menschen kennen sich zumindest noch vom Sehen. Größer sollte das Dorf nicht werden.
Das offene Grundkonzept „Neues Dorf“ oder Gartendorf soll ein interessantes soziales Umfeld entstehen lassen. Dabei sollen Kinder Gleichaltrige finden, Jugendliche möglicherweise ihre Partner und Ältere auch für alle Fälle Angebote der häuslichen Pflege. Durch die Größe über 150 Menschen können neben dem Gartenbau auch etliche weitere Kleinbetriebe entstehen sowie ein lokaler Dienstleistungssektor. Wenn ein entsprechendes Umfeld ohnehin vorhanden ist, können die gleichen Vorteile natürlich auch mit kleineren Projekten entstehen.
Mit den eigenverantwortlichen Gartenparzellen ergeben sich natürlicherweise eher nachbarschaftliche Strukturen als enge Gemeinschaft.

Gartendorfbewohnerinnen und Minifarmer

Angesprochen sind Menschen mit überwiegender Orientierung auf den Lebenssinn, dem Wunsch, etwas für die Gemeinschaft, die Gesellschaft zu tun und in der Natur zu leben.
Im neuen Dorf können Menschen mit großer Erfahrung viele wichtige Beiträge leisten.
Das generationsübergreifende Wohnen im neuen Dorf ist eine gute Option.

Gutes Auskommen durch Mehrberuflichkeit und Commoning

Minifarmer sind Kleinst-Unternehmer, die neben der Gartenarbeit mehrere Beruf(ungen) ausüben, z.B. andere Handwerke, Verarbeitung, Vermarktung, soziale Tätigkeiten, pädagogische und therapeutische Berufe, Schreibtischarbeit, Kunst & Kultur, etc.
100 selbständige Minifarmen, hochproduktiver organischer Gemüseanbau, Marketing und Vertrieb direkt über eine Genossenschaft - Modulhäuser für die Gartenbau-Betriebe, Energie- Wassersysteme, Werkstätten, Gemeinschaftsbüros, 3-D-Drucker und vieles mehr …
Durch geringere Ausgaben mit effizienten modularen Häusern ist eine hohe Lebensqualität möglich. Wertschöpfung durch geringe Lebenshaltungskosten.
Commoning: sehr viel kann durch Teilen, gemeinschaftlich Nutzen und Pflegen (z.B. in einer Werkstatt) auch ohne Geld geregelt werden.

Humusaufbau - Wasser-Retention - Nutzpflanzenvielfalt

An erster Stelle steht der Humusaufbau, um fruchtbaren Boden zu erschaffen und für die Zukunft zu erhalten. Humusreicher Boden hält Wasser und regeneriert das Grundwasser, verhindert Trockenheit und Überflutung, produziert mehr und bessere Nahrung. Statt teurer und energieraubender Abwassersysteme kommen Trockentoiletten zum Einsatz, die nach dem Terra-Preta-Verfahren unter Zusatz von Aktivkohle die Abfallstoffe in den Fruchtbarkeitskreislauf zurückführen.

Saatgutgewinnung - Nutzpflanzenvielfalt - vitalstoffreiche Nahrung

Besonders wichtig sind eigene Saatgutgewinnung, Nutzpflanzenvielfalt und Erfahrungen zu idealen Nutzpflanzennachbarn.
„Essbare“ Baumsamen wie Esskastanien, Walnüsse liefern hochwertigste Nahrung, die z.B. lektinhaltiges Getreide ersetzen können.

Permakultur - Bio-intensiv-Anbau - Agro-Forst - Waldgarten

Die vielfältigen Klein(st)-Flächen mit Permakultur/ Bio-Intensiv-Anbau und Agroforst-Systemen erhöhen die Artenvielfalt und vergrößern die lebensnotwendige Humusschicht. Es gibt wissenschaftlich begleitete Beispiele, die belegen, dass ein bio-intensiver Anbau sehr hohe Erträge bringen kann.

Selbstversorgung und regionale Vermarktung - Gartenring

Die Überschüsse können verarbeitet und direkt vor Ort oder in die Städte vermarktet werden. Langfristig können die Städte von Gartendörfern aus dem Umkreis versorgt werden (Gartenring).
Gartenringe oder Gartenregionen können entstehen, wenn es mehrere neue Dörfer um eine Stadt herum gibt. Dann kann es in der Produktion Spezialisierungen, gemeinsamen Einkauf und einen Austausch von Waren und Ideen geben.

Wohnen auf dem Gartenland und auf kleinem Fuß

Minifarmer wohnen mit kleinem Fußabdruck direkt auf ihrer Minifarm in ökologischen Minihäusern oder modular gestaltbaren Häusern.
Das Zusammenleben mit Pflanzen und Tieren in einem eigenen Gartenbaubetrieb ist entscheidend für den Erfolg der Minifarmen.
Durch die Nutzung von Gemeingütern in Gemeinschaftsräumen kann der individuelle Raumbedarf wesentlich reduziert werden.
Das Gewächshaus kann zudem als erweiterter Lebensraum genutzt werden.

Ökologisches Bauen - Minihäuser - Modulhäuser

(Flexible) Minihäuser passen sich organisch der Gartenlandschaft an. Sie sind relativ preisgünstig und können von einer kleinen Gruppe in kurzer Zeit aufgebaut werden. Es gibt schon einige Bausätze von Prototypen dafür. Modulare Häuser können sich den jeweiligen familiären Umständen anpasen.

Das gute Leben - persönliches Wachstum - Gesundheit

Das wesentliche Ziel des neuen Dorfes sollte das gute Leben als kreativer Bestandteil einer immer vielfältigeren und produktiven Natur sein. Daher ist eine schöne Umgebung ein wichtiger Faktor.
Im neuen Dorf soll es ein entspanntes Leben geben - mit Bewegung, persönlicher Entwicklung im Kontakt und Zusammenwirken mit der Natur.
Ein abwechslungsreiches Leben mit körperlichen Aktivitäten auch an der Sonne und Lebensmittel direkt vom Feld sind bereits eine gute Voraussetzung für strahlende Gesundheit. Eine positive Lebenseinstellung, Gestaltungsmöglichkeiten und Kontakt zu interessanten Menschen halten uns fit.
Es gibt ganzheitliche Methoden, die z.B. Schwermetalle ausleiten und Blockaden aller Art auflösen können, um gesund und glücklich zu werden und bis in's hohe Alter zu bleiben.