Zu viel Menschen auf der Erde?

Whow! In einer Diskussionsrunde kam folgender Gedanke auf: Wie kann es sein, dass Milliarden von Tieren gehalten werden, aber angeblich nicht genug Nahrung für 10 Milliarden Menschen da sein soll? Warum hungert etwa 1 Milliarde Menschen?

Die FAO-Statistik (www.fao.org/faostat/en/#data/QA) gibt folgende Zahlen für Rinder/Kühe und Schweine. In 2017 wurden weltweit 1.575.042.416 Kühe- 1.408.024.577 Schweine geschlachtet. Wie rechnet man Tiere in die entsprechende Nahrung von Menschen um? Das ist im Abwasserbereich üblich über Einwohnergleichwerte.

Ich schätze mal das Schwein mit dem Faktor 7 und eine Kuh/Rind mit dem Faktor 14 ab: Ein Schwein frisst so viel wie 7 Menschen, die Kuh etwa so viel wie 14. Wenn man eine mittlere Lebenszeit in den meist inakzeptablen „Produktionsbetrieben“ bei Schweinen von 6 Monaten und bei den Kühen von 3 Jahren ansetzt, kommt man zu einer Abschätzung der Anzahl Tiere. Es kommt hier nicht auf die genauen Zahlen an.  Diese Anzahl von Tieren entspräche in etwa 70 Milliarden Menschen.

Außer den Weizengras-Smoothern essen wenige Menschen Gras, na klar. Allerdings fressen in der industriellen Tierhaltung sehr viele der Tiere ungefragt auch Futter, das auch als Menschen-Nahrung taugt.  Die vielen anderen Tiere wie Hühner und Truthahn und Zuchtfische zähle ich schon gar nicht mit. Also, wenn das nächste Mal der Langzeit-Mythos „zu viele Menschen“ wiedergekäut wird, können wir einfach mal herzlich lachen! Es ist eh genug für alle da, auch für viel mehr Menschen auf unserem freigiebigen Planeten.

Da soll nicht heißen, dass eine immer weiter steigende Bevölkerung sinnvoll ist. Die Regionen müssen sich kleinräumig an die jeweiligen natürlichen Bedingungen anpassen, etliche sind sehr stark überbevölkert. Es gibt aber keinen Anlass für Panik, sondern es braucht Politik für die Menschen statt für „die Märkte“ und ihre Lobbyisten. Es können in entspanntem Zusammenwirken mit der Natur sehr viel mehr Menschen in Fülle leben, so dass sie nicht aus Not sehr viele Kinder haben wollen. Und dazu gibt es sinnstiftende Tätigkeiten in Vielfalt für alle.

Natürlich geht das alles nicht, wenn die Vegetation und die Böden weiter zerstört werden. Dann wir der laufende Klimakollaps immer schneller schlimmer, und keine Kuh und kein Mensch kann mehr leben. Kamele noch etwas länger, vielleicht?

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