Terra-Preta Humusaufbau

Es ist wirklich verrückt, es kommen nach längerer Funkstille gerade fast jeden Tag Anfragen, Hinweise und studentische Interessenten in Sachen Terra-Preta.

Das Thema der dunklen Erde ist im „Neuen Dorf“ beschrieben, aber nicht die Details. Jetzt hat Andrea Preißler-Abou El Fadil das Buch „Gärtnern nach dem Terra-Preta-Prinzip“ herausgebracht (pala Verlag). Ich kenne Andrea seit vielen Jahren, sie ist bei den interessanten Aktivitäten meist zugegen. Da sie seit sehr langer Zeit recherchiert und viele Aktive aus dem Feld immer wieder besucht hat, ist hier ein auch noch sehr schön lesbares Buch (sagt sogar meine Erstlektorin) auf breiter und diverser Wissensbasis entstanden. Sehr empfehlenswert und auf praktische Anwendung geschrieben!

Meine persönliche Einschränkung ist seit einigen Jahren, dass ich die Verwendung menschelicher Exkremente oder Urin an der Nahrung für Menschen ablehne. Das schmälert nicht den Wert von Terra-Preta, für die Gärtnerdörfer reden wir von Anbau auch für andere Menschen und da verbietet sich das ohnehin. Einfach mal fragen, die Antwort ist in 95% ein kategorisches NEIN. Man hat aber sehr viele andere Verwendungsmöglichkeiten für Toiletten-Terra-Preta: Baumpflanzungen, Sträucher, Nutzpflanzen etc. Nach etwa 10 Jahren ist das Gedächnis der Substanz dann wohl auch allen Ebenen verschwunden, dann freigabe der Flächen.

Wegen weiterer praktischer Hinweise suchen wir den Kontakt zu Praktikern mit echtem Materialumsatz zur Durchführung von Master-Arbeiten.

Ralf Ottepohl, Sept. 2018

4 Gedanken zu „Terra-Preta Humusaufbau“

  1. Hallo Herr Otterpohl,

    Koennten sie bitte ein paar genauere Angaben machen wie lange mann die Pflanzenkohle aufladen muss bevor sie peu a peu in den Boden eingebracht wird? Es wird immer gesagt mann soll die Pflanzenkohle in Urine und Kompost mischen aber nie wie lange. Dass habe ich vor ein Wochen versucht und siehe da es sind mir drei Tomaten kaputt gegangen. Ich rede jetzt nicht von Terra Preta Sanitation, wass ich schon mache. 

    1. Hallo Herr Waldhuber,

      üblicherweise wird eine Menge von 5 is 10% sauberes Holzkohlepulver (wenn Tomaten eingehen, könnte das auf belastete Holzohle hindeuten – falscher Temperaturbereich bei der Pyrolyse. Das ist nicht nur Ihnen passiert) oder auch weniger einfach mit kompostiert. Es muss auch nicht Urin sein, den ich nicht mehr für Lebensmittel-Pflanzen empfehle, sondern einfach Küchenabfall. Dieser enthält auch reichlich Nährstoffe, die Kohle ist auch schnell gesättigt. Wichtig ist die Zugabe von Steinmehlen zur Versorgung der Böden mit Spurenelementen. Gut ist auch holziges Material neben der Holzkohle, damit das C:N (Kohlenstoff zu Stickstoff) Verhältnis passt. Die Kohle darf man bei C nicht mitzählen, da sie über lange Zeit nicht abgebaut wird.

      Gruß

      Ralf Otterpohl

  2. Hallo Herr Otterpohl,
    „Meine persönliche Einschränkung ist seit einigen Jahren, dass ich die Verwendung menschelicher Exkremente oder Urin an der Nahrung für Menschen ablehne.“
    Können Sie das näher begründen? Beim Kot kann ich Ihre Haltung nachvollziehen, aber Urin ist doch meines Wissens eine „saubere Sache“.

    1. Hallo Philip,
      Urin enthält einen großen Teil der eingenommenen Pharmazeutika und deren Abbauprodukte. Urin als direkter Dünger ist eine Mineraldüngung, die wegen der wasserlöslichen Nährsalze eine ungünstige Zwangsernährung darstellt. Eigen-Urin ist als potentes Heilmittel bekannt – das will ich aber nicht im Gemüse oder Salat haben, die überspitzt gesagt damit zu einem unspezifischen Medikament werden. Zudem lehnen fast alle Menschen die direkte Düngung mit menschlichen Exkrementen ab, so dass sich das ohnehin verbietet. Nach einigen Jahren der Wandlung in biologisch aktiven Komposten oder Böden wird es dann neutral. Urin kann man über Comfrey (eine Beinwell-Art) in organischen Dünger umwandeln, da Comfrey u.a. sehr viel Stickstoff aufnimmt und wandelt.

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