Dan Kittredge II: Nährstoffe im Boden messen – Die 4 Methoden

Dan Kittredge ist ein an der harten Praxis gewachsener Experte für nährstoffreiche Böden, Pflanzen und Früchte. Seine „Prinzipien der Nährstoffdichte“ revolutionieren die Landwirtschaft – Kittredge selber spricht von einem „Paradigmenwechsel“.

Die Idee wurzelt am Ursprung der Lieferkette in der Natur. Dort soll die Nährstoffverfügbarkeit sichergestellt werden, damit Landwirte und Konsumenten gleichermaßen profitieren können. Nun: Wie kann man als Gärtner und Landwirt die Nährstoffe im Boden ermitteln?

Folgende chemische Elemente können nach den Erfahrungen von Dan Kittredge besonders gute Indikatoren für die Bodenqualität sein:

  • Kupfer
  • Eisen
  • Zink
  • Mangan
  • Bor
  • Schwefel

Messmethode 1: Energiefluss testen

„Erg“ ist eine Maßeinheit für Energie. Mit ihr lässt sich der Energiefluss im Boden testen. Das Besondere an dieser Methode: es können direkt Entscheidungen für die Praxis abgeleitet werden.

  • Energiefluss im Boden natürlich fördern
    • Meeresalgen
    • Biologische Bodenimpfung
    • Humate (bestimmte Salze, in denen Protonen durch Kationen ersetzt sind, z.B. Calcium- oder Eisenhumate)
    • zerkleinerte Mineralien und Sedimente

„Zum einen bedeutet ein ‚gut fließender‘ Boden, dass die Energie jederzeit optimal gemessen werden kann. Zum anderen, dass ideale Bedingungen für biologisches Wachstum gegeben sind.“ – Dan Kittredge

Messmethode 2: Refraktometer

Zum Messen von Nährstoffen bietet sich ein Refraktometer an (Maßeinheit „Brix“). Damit lassen sich die gelösten Feststoffe in einer Flüssigkeit ermitteln. Das Refraktometer reagiert beispielsweise auf komplexe Kohlenhydrate, auf komplexe Proteine und auf nicht-reduzierende Zucker, die allesamt eine gute Bodenqualität ausmachen.

Für Konsumenten ist ein hoher Brix-Anteil besonders erfreulich, denn er bedeutet intensiveren Geschmack, Vitamine und Mineralien, mehr Süße und längere Haltbarkeit.

Messmethode 3: Phil Callahan Soil Meter (PCSM)

Das PCSM ermittelt die „Elektrische Leifähigkeit“. Sie zeigt dem Gärtner, wie viel Energie der Pflanze zum Wachstum bereitsteht. Je größer die Messgröße, umso reicher die Nährstoffe für die Pflanze. Die elektrische Leitfähigkeit zeigt zwei Größen an:

  • Quantität der Nährstoffe
  • Mobilität der Ionen (Kationen & Anionen)

Hinweis: Eine Leitfähigkeit unter 200 ERGS bedeutet ein Mangel an Energie. In diesem Zustand können keine chemischen Reaktionen stattfinden und die Pflanze kann nicht wachsen. Ideal sind Werte zwischen 200 und 600 (Boden), während alles über 1.000 kontraproduktiv wirkt. In der Pflanze sind Werte von 2.000 und mehr ideal.

Messmethode 4: pH-Wert

Der pH-Wert indiziert das Verhältnis von Wasserstoffionen (H+) und Hydroxidion (OH).

Hinweis: Pures Wasser besitzt einen pH-Wert von 6. Pflanzen können optimal wachsen, wenn der pH-Wert bei 6,4 liegt. Alles darüber impliziert ein Anion-Mangel (unzureichend Nitrogen, Phosphat und Sulfur). Bei einem pH-Wert über 8 ist Insektenbefall wahrscheinlich!

Wenn der pH-Wert unter 6,4 liegt, besteht ein Kation-Mangel. Dies manifestiert sich in ungenügend Calcium, Magnesium, Kalium und/oder Sodium. Dieses Umfeld schafft unerwünschte Bedingungen für Blattkrankheiten. Außerdem interessant: Ein pH-Wert von < 4,5 verursacht Pilze!

Hinweis: Ein Energiemangel im Boden führt jedenfalls dazu, dass zugesetzte Mineralien nicht verstoffwechselt werden können. Das hindert die Frucht beim Gedeihen. Für praktische Methoden, um den Energiefluss zu entfalten, siehe „Dan Kittredge: Prinzipien der Nährstoffdichte“. [vorheriger Beitrag]

Das PCSM ist hier erhältlich: http://pikeagri.com/index.php?id_product=89&controller=product

Quelle (englisch): https://bionutrient.org/site/sites/all/files/docs/PrinciplesToProduceNutrientDenseCrops.pdf

Anmerkung Ralf Otterpohl:
Zum Einstieg in die weitreichende Arbeit von Dan Kittredge ist John Kempf sehr wichtig. Dazu eine Ergänzung in meinem Gartenring-Artikel zu Regenerativer Landwirtschaft.

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